Lebensnacht
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  • SW10017
  • 336 Seiten
  • 12,5 x 20,5 cm
  • Roman
  • 978-3-944788-29-6
Menschen sterben weltweit in großer Zahl, ihre Leichname lösen sich in Pfützen auf, nur Knochen... mehr
Produktinformationen "Lebensnacht"

Menschen sterben weltweit in großer Zahl, ihre Leichname lösen sich in Pfützen auf, nur Knochen und Kleidungsstücke bleiben übrig. Und der Geruch nach Benzin. Der nicht für möglich gehaltene Super-GAU stellt selbst die Auswirkungen der Atombombe in den Schatten und wird Realität: Die Menschheit steht vor dem Aus.
Professor Harry Kauffmann, Träger des Chemie-Nobelpreises und weltweit anerkannte Koryphäe auf seinem Gebiet, versucht mit seinem Team, den Schaden einzudämmen, der ihm bei seinen Experimenten unterlaufen ist. Er wollte Benzin mithilfe genetisch veränderter Bakterien herstellen. Um die tödlichen Folgen seiner Forschungen zu bekämpfen, fehlen aber die adäquaten Mittel. Ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit beginnt. Wie wird dieser enden?

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Kundenbewertungen für "Lebensnacht"
27.10.2016

Ebenso spannender wie erschreckender Wissenschaftsthriller

Endlich mal wieder ein ebenso spannender wie erschreckender Wissenschaftsthriller: Was geschieht, wenn die Gier nach Öl zum Ende der Menschheit führt?

Inhalt:
Auf der Suche nach alternativen Brennstoffen konnte Professor Harry Kaufmann tatsächlich Erfolge vorweisen: Die genetische Veränderung von Bakterien ermöglichte ihm die Produktion von Oktan! Die tuberkuloseähnlichen Bakterien sollen völlig unbedenklich sein und somit wird er weltweit gefeiert und erhält sogar den Nobelpreis für Chemie! Doch die Euphorie ist nur von kurzer Dauer, denn plötzlich lösen sich die ersten Menschen in eine nach Benzin riechende Flüssigkeit auf. Offensichtlich führt die Ausschüttung von Adrenalin im Körper zur so genannten "Vergrünung" der Opfer. Kann die Menschheit noch gerettet werden? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Meine Meinung:
Das Buch wird aus der Sicht des Nachbars der ungleichen Brüder Kaufmann erzählt, sodass man trotz der Distanz eines unbeteiligten Erzählers einen guten Einblick in das Leben der Brüder gewinnt. Die kurzen Abschnitte blicken dabei auch immer wieder in die Vergangenheit und erklären den Werdegang der Brüder Kaufmann und die Anfänge der Forschung an den Bakterien. Aus den guten Absichten wird jedoch schnell bitterer ernst und die darauffolgenden Ereignisse sind ebenso faszinierend wie erschreckend! Ein großes Lob an den Autor, denn die authentischen Schilderungen über die Geschehnisse und die Art und Weise wie die Menschen damit umgehen wirken sehr realistisch! Aus diesem Grund konnte ich das Buch auch kaum aus der Hand legen! Die gesponnene und sehr triste Zukunft wird dominiert durch Verzweiflung, Angst und Drogensucht. Kann man die ausgelöste Kettenreaktion noch rückgängig machen? Oder hat die menschliche Gier tatsächlich das Auslöschen der eigenen Rasse ausgelöst?

Fazit:
Ein fesselnder und erschreckender Wissenschaftsthriller, der zum Denken anregt. Ich vergebe 5 Sterne!

20.10.2016

Eine etwas andere Dystopie

Harry Kaufmann, der berühmte und geniale Biochemiker hat es geschafft! Er hat Tuberkulose Bakterien genetisch so verändert dass sie Oktan produzieren, woraus dann Benzin hergestellt werden kann. Die Nation feiert ihn denn Deutschland ist nicht länger abhängig vom Benzinimport. Für die Wirtschaft ein unvorstellbar großer Gewinn. Er wird umjubelt und bekommt den Chemienobelpreis verliehen. Doch dann gerät alles außer Kontrolle denn seine Bakterien sind ins Trinkwasser gelangt, sind dort mutiert und haben klamm heimlich 98% der Bevölkerung infiziert.

Nach und nach erleiden immer mehr Menschen heftige Schmerzen und brechen innerhalb von Minuten zusammen. Die Bakterien haben im menschlichen Körper Oktan produziert, dass sie tötet und die Körper zersetzt…!

Diese „Krankheit wird „Oktanose“ genannt und bedroht die gesamte Menschheit denn sie ist hoch ansteckend und tritt innerhalb kürzester Zeit auch weltweit auf! Harry wird vom gefeierten Helden zum größten Unheilbringer der Menschheit degradiert und versucht nun, schockiert und von Schuld zerfressen, gemeinsam mit seinem Bruder, dem Arzt Wolfgang ein Gegenmittel zu finden…!

Die Geschichte wird zu großen Teilen aus der Sicht des 80 jährigen, ehemaligen Biologielehrers Walter erzählt, von dem man erfährt dass die ganze Katastrophe mittlerweile 15 Jahr her ist und die Menschheit jetzt anfängt sich langsam von den Folgen der Oktanose-Seuche zu erholen.

Walter hat nämlich beschlossen alles aus seiner Sicht niederzuschreiben denn er kennt Harry und Wolfgang schon seit deren Kindheit denn er war viele Jahre lang ihr Nachbar und die Jungs gingen bei ihm ein und aus und haben bis heute ein gutes Verhältnis zu Walter.

Die Geschichte umfasst insgesamt also einen Zeitraum von 15 Jahren, wobei aber nur die ersten 4 Jahre wirklich ausführlich thematisiert werden.

Anders als bei vielen anderen Dystopien/Endzeitgeschichten befasst sich dieses Buch nicht hauptsächlich mit der detaillierten Beschreibung der Veränderungen der Welt/Gesellschaft, sonders hauptsächlich mit der Hauptfigur Harry Kaufmann und seinem Kampf gegen die Oktanose. Natürlich erfährt man auch was für Auswirkungen diese Seuche auf die Menschen, die Gesellschaft und die Wirtschaft hat aber nicht so ausführlich wie es in Endzeitgeschichten normalerweise der Fall ist.

Da ich schon sehr viele Dystopien gelesen habe, fand ich das eine gelungene Abwechslung aber ich könnte mir schon vorstellen, dass dies nicht allen Lesern gefallen wird.

Man erfährt sehr viel über Harrys Kindheit und Jugend, seine Arbeit und begleitet ihn bei seinen Forschungen nach einem Gegenmittel. Auch die Beziehung zu seinem Bruder Wolfgang und sein gestörtes Sozialverhalten sind ein großes Thema. Harry ist in dieser Geschichte einfach das Hauptthema.

Außerdem ist die Geschichte sehr „chemisch“ und man bekommt wirklich viele chemische und biologische Erklärungen über die Bakterien, ihr wirken, die Auswirkungen und bekommt detaillierte Erklärungen zu Harrys Versuchen diese zu stoppen.

Ich persönlich war schon immer sehr an Biologie und Chemie interessiert und fand es deshalb sehr interessant, auch wenn es mir ab und zu doch auch etwas zu viel war…!

Ich würde dieses Buch deshalb nicht ausnahmslos jeden empfehlen aber Leute die Endzeitgeschichten mögen und die mal eine lesen wollen die etwas aus der Art schlägt, werden das Buch definitiv mögen.

Ich persönlich fand es spannend und es hat mir wirklich gut gefallen!

19.10.2016

Lebensnacht

Harry Hoffmann ist Professor der Biogenetik und hat den großen Durchbruch erreicht und so den Nobelpreis für Chemie erlangt. Er hat Bakterien so genmanipuliert, dass sich daraus Benzin herstellen lässt. Die Abhängigkeit vom Erdöl gehört nun also der Vergangenheit an. Und noch besser, es lassen sich dazu alle Materialien verwenden, die sonst nur auf dem Müll lagern, und es entstehen keine giftigen Überreste. Aber dann treten plötzlich doch wie aus heiterem Himmel Todesfälle auf, die darauf hindeuten. Menschen vergrünen, übrig bleiben Kleidung und Knochen und ein Geruch von Benzin in der Luft. Und es werden immer mehr, Massensterben beginnt. Zusammen mit seinem Bruder arbeitet Harry nun fieberhaft daran, ein Gegenmittel zu finden bevor die Menschheit ganz ausstirbt.
Der Nachbar der beiden Brüder, deren ehemaliger Biologielehrer, erzählt diese Geschichte von Beginn an. Wie die beiden, hauptsächlich Harry, sie im Kindesalter oft besuchten, da sie dort mehr Zuspruch bekamen als in ihrem Elternhaus, wie sich Harry zum Forscher entwickelte, sein verstörtes zurückgezogenes Wesen bis hin zur Erfindung und deren Auswirkung des Bakteriums und die Panik und das Leben, was daraus dann für die Menschen folgte. Alles kehrt wieder zur Grundversorgung zurück. Das alles regt schon zum Nachdenken an, denn so entfernt ist die Realität gar nicht. Durch die detaillierten Beschreibungen kann man sich genau in deren Situation hineinversetzen. Dabei hofft man bis zum Ende, dass sie doch endlich ein Gegenmittel finden würden. Obwohl man es ja ahnt, denn der Lehrer hat ja auch überlebt. Die Spannung fand ich eher verhalten, aber mit diesem Ende rechnet man natürlich gar nicht.

18.10.2016

Krankheits-Reportage

Kurzgefasst geht es darum, dass die Technologie immer weiter voranschreitet und ein neues Szenario entsteht. Der Menschheit ist nun, durch die Forschung des Protagonisten Harry Kaufmann, in der Lage, aus Bakterien Oktan (Benzin) zu erzeugen, z. B. aus Müll. Sehr praktisch und am Anfang eine Riesensensation. Nach kurzer Zeit treten allerdings merkwürdige Todesfälle auf. Menschen bekommen schlagartig starke Schmerzen und lösen sich bis auf das Skelett auf, übrig bleibt eine grünliche Lache, die nach Benzin riecht. Die Krankheit wird bald Oktanose genannt, angelehnt an den Oktan-Begriff und Oktobakter, wie die benzinproduzierenden Bakterien genannt werden. Der Zusammenhang mit den Forschungen bleibt nicht lange unbemerkt. Doch wie kann man die Krankheit bekämpfen? Rund um den Globus sterben Millionen von Menschen und die Suche nach einem Gegenmittel erscheint sehr schwierig...

Insgesamt sehe ich den Roman mit gemischten Gefühlen. Die Thematik finde ich extrem spannend und realitätsnah, deshalb hatte ich mir auch den Roman zum Rezensieren ausgesucht, entgegen meiner sonstigen Vorlieben. Das Thema spricht mich einfach an. Was mich allerdings nicht angesprochen hat, ist der Schreibstil. Er ist sehr nüchtern, beschreibend, nicht ins Detail gehend und erregt so sehr wenig Mitgefühl oder sonstige Emotionen. Für mich sehr reportagemäßig. Nicht das, was ich gerne zur Unterhaltung lese. Durch diesen Stil kann man auch wenig Bindung zu den Hauptfiguren, Harry Kaufmann und seinen Bruder sowie einen alten Nachbarn (welcher als Erzähler auftritt), aufbauen. Die Emotionen der drei werden nur angerissen. Selbst als sich eine kleine Liebesgeschichte abspielt, wird diese recht nüchtern beschrieben. Auch das Ende war völlig ohne Emotion und sehr kurz. Mehr Details und ein paar weitere Seiten hätten meiner Meinung nach dem Roman gut getan.
Gelungen finde ich übrigens die Gestaltung des Hardcovers. Auf weißem Hintergrund erkennt man eine Wirbelsäule, die sinnbildlich für die übrigbleibenden Skelette steht. Der Innenumschlag ist grün, wie der übrigbleibende Rest der Kranken. Der Schnitt ist schwarz, sehr edel und passend für eine tödliche Krankheit.
Fazit: Die Grundthematik ist äußerst interessant und wissenschaftlich nachvollziehbar erzählt. Problematisch war für mich persönlich der nüchterne, reportageähnliche Stil. Gerade für Leser, die so etwas bevorzugen, ist der Roman allerdings gut geeignet.

16.10.2016

Ein durchaus guter und nachvollziehbarer Thriller

Die Bücher des Fabulus Verlages sind immer für eine Überraschung gut. Ob es sich um die außergewöhnlichen Cover (hier eine Wirbelsäule) oder den genialen Buchschnitt handelt, der immer in einer Farbe des Covers gehalten ist - sie sind edel und passend zum Inhalt des Buches hergestellt. Das alleine macht schon das lesen zum Vergnügen.

Professor Harry Kauffmann hat einen Stoff entwickelt, der herkömmliches Benzin ersetzen soll. Dieses wird mit Hilfe von genmanipulierten Bakterien hergestellt. Dafür hat Harry den Chemienobelpreis erhalten.
Doch dann geschehen seltsamen Todesfälle. Die Menschen werden grün am ganzen Körper, zerfließen. Nur das Skelett samt Kleidung bleibt übrig. in Ihrer Nähe herrscht ein unsagbarer Gestank nach Benzin. Niemand weiß, woran diese Menschen leiden. Man ruft den Notstand aus, weltweit sind Millionen Menschen daran gestorben. Die Forscher und auch Harry arbeiten wie wild, um ein Gegenmittel zu erfinden. Sie sind machtlos.

Mehr will ich nicht spoilern, denn das Buch ist wirklich sehr, sehr spannend geschrieben. Mit dem heutigen Wissen ließen sich solche Dinge bestimmt von einem findigen Wissenschaftler herstellen. Es ist nichts sonderlich utopisches daran, sondern wirklich nachvollziehbar.

Will Hofmann hat mit "Lebensnacht" ein beeindruckendes Buch geschrieben. Von der ersten Seite an hat mich die Geschichte gefesselt. Es war wirklich faszinierend wie realistisch die Veränderungen in der Gesellschaft dargestellt wurden. Die Verhaltensweisen der Bevölkerung, die teils nicht mehr rational sondern panisch und unbedacht abliefen, waren äußerst treffend ausgearbeitet und sind durchaus auf unsere Welt übertragbar und nachvollziehbar.

10.10.2016

Spannend, anspruchsvoll und rundum gelungen

Klappentext
Menschen sterben weltweit in großer Zahl, ihre Leichname lösen sich in Pfützen auf, nur Knochen und Kleidungsstücke bleiben übrig. Und der Geruch nach Benzin. Der nicht für möglich gehaltene Super-GAU stellt selbst die Auswirkungen der Atombombe in den Schatten und wird Realität: Die Menschheit steht vor dem Aus.
Professor Harry Kauffmann, Träger des Chemie-Nobelpreises und weltweit anerkannte Koryphäe auf seinem Gebiet, versucht mit seinem Team, den Schaden einzudämmen, der ihm bei seinen Experimenten unterlaufen ist. Er wollte Benzin mithilfe genetisch veränderter Bakterien herstellen. Um die tödlichen Folgen seiner Forschungen zu bekämpfen, fehlen aber die adäquaten Mittel. Ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit beginnt. Wie wird dieser enden?

Autor
Will Hofmann, Jahrgang 1949, arbeitete nach dem Studium der Medizin in Mainz bis 1989 an verschiedenen Kliniken und führte danach eine Praxis für Allgemeinmedizin in Berlin-Neukölln. Seit Studientagen ist er schriftstellerisch tätig und hat Kurzgeschichten, Fantasyromane und ein Kinderbuch veröffentlicht. Zuletzt erschien von ihm im Fabulus-Verlag der Roman »Götter«.

Cover
Das Cover, welches auf große Effekthascherei verzichtet, passt mit seinem schwarzen Buchschnitt und dem schwarzen Lesebändchen perfekt zum Klappentext. Größtenteils in mattem weiß gehalten kommen der glänzende Titel sowie die farblichen Akzente, welche an eine Explosion bzw. Feuer erinnern gut zur Geltung.

Meinung
Aus der Sicht eines Freundes der Familie Kaufmann wird erzählt, wie die Geschehnisse rund um den Fall, der anfangs so vielversprechend schien, ihren Lauf nahmen. Diese Sicht des Erzählers ermöglicht dem Leser immer wieder eingeworfene Eindrücke vergangener Tage mitzuerleben und sich so ein authentisches und plastisches Bild der Charaktere machen zu können.
Da für mich ein Buch mit seinen Charakteren steht oder fällt, freut es mich sehr, das hier mit gut durchdachten Figuren geschrieben wurde. Sie sind nicht starr, haben Ecken und Kanten und nicht zuletzt der ihnen verliehene Dialekt gibt ihnen Dimension.

Professor Harry Kaufmann und seinem Team gelingt es der Kraftstoffkriese zu trotzen und Benzin herzustellen, indem sie sich der Eigenschaften genetisch veränderter Bakterien zu nutze machen.
Ein Experiment, das schnell außer Kontrolle gerät und dessen Folgen nun wie ein schwarzes Tuch über dem Fortbestand der Menschheit liegt.
Direkt zu Anfang wird der Leser gut abgeholt und man kommt mit Hilfe des Prologs spielend einfach in die Geschichte, in der man sich dank des anschaulichen Erzählstils auch leicht zurecht findet.

Recht schnell wird die Katastrophe angeschnitten und der Spannungsbogen, der sich gleichmäßig und stetig aufbaut reißt einen immer weiter. Die Story, die ohnehin schnell Fahrt aufnimmt, wird durch kurze, prägnante Kapitel unterstützt, die alles noch ein wenig rasanter wirken lassen.
Zusammen mit Hofmann´s Schreibstil, der angenehm zu lesen ist, wurde „Lebensnacht“ für mich zu einem Pageturner, den ich nicht mehr aus der Hand legen wollte.
Der Autor hat auf wissenschaftlicher Seite -sofern ich das als nicht wissenschaftlicher Leser beurteilen kann- ganze Arbeit geleistet. Durch Fachwörter und eine realistisch wirkende Abfolge wird eine gewisse Authentizität geschaffen, die im Hinblick auf realistisch drohende Energie- und Kraftstoffkriesen noch bedrohlicher wirken. Dennoch ist Hofmann´s Roman so geschrieben, das man auch ohne Fachwissen gut zurecht kommt, denn für Begriffe, die nicht im Kontext erklärt werden oder gar fiktive Fachbegriffe eigens für „Lebensnacht“ erfunden, gibt es ein Glossar, in dem man zwischendurch nachschlagen kann.

Fazit
„Lebensnacht“ ist spannend, anspruchsvoll und mitreißend vom Anfang bis zum Schluss. Gut ausgearbeitete Charaktere und eine Handlung, die zum nachdenken anregt, runden für mich das Paket zu einem empfehlenswerten Buch ab.

05.10.2016

Energie-Wende

„»Alles was einmal gedacht werden kann, muss einmal gedacht werden«, heißt es bei Friedrich Dürrenmatt.“ (S.134)

Zum Inhalt:
Erdöl ist jener Stoff aus dem das Konstrukt, welches wir Wohlstand, Fortschritt oder oft auch Zivilisation schlechthin nennen, größtenteils geformt wird und wurde. Und eben dieser Stoff ist zum einen global ungleich verteilt und zum anderen nur in beschränkten Mengen vorhanden. Es wäre nicht der findige Mensch, der Homo faber, würde er nicht versuchen einen auf den ersten Blick genialen Ausweg aus diesem Dilemma zu finden. Harry Kauffmann, seines Zeichens Chemiker, gelingt es mittels der gentechnischen Veränderung von Bakterien einen Stamm dieser Mikroorganismen zu erschaffen, die aus so gut wie jeder Kohlenstoffverbindung Oktan – vulgo Benzin – zu metabolisieren imstande sind. So weit die gute Nachricht, die dem Chemiker auch einen Nobelpreis und der Weltwirtschaft ein mittelgroßes Erdbeben beschert. Wirtschaftliche und politische Abhängigkeiten geraten ins Wanken und reißen nicht nur sozial Stabilisierendes mit. Im Taumel des vermeintlichen Erfolges scheint dies jedoch nur ein kleiner Preis, gegenüber den ungeahnten Möglichkeiten die Hoffmanns Erfolge in Aussicht stellen.
Dem Zeitgeist folgend und geblendet von den vollmundigen Versicherungen der Wissenschaftler, die Produktionskette sei vollkommen sicher und ohne Nebeneffekte auf die Umwelt zu beherrschen, stehen Harry Kauffmann alle Türen offen.Es sind jedoch die Versäumnisse der Vergangenheit, die dem Traum von einer Energiewende ein jähes Ende bereiten. Ein Ende dem die Menschheit als Spezies nur ungemein wenig bis nichts Entgegenzusetzen hat. Über Jahrmillionen gewachsene genetische Mechanismen auszuhebeln lässt den Horizont menschlichen Ablebens als biologische Art beängstigend schnell näher rücken.

Fazit:
Es ist nach „Götter“ der zweite umfangreichere Text von Will Hofmann den ich lesen durfte. Wobei der hier vorliegende mich mehr als angenehm überraschte. Unter dem Titel »Oktan« erschien er bereits 2012 im Wiebers Verlag Berlin. Hofmann gelingt es in eindringlicher Weise ein globales apokalyptisches Szenario aus der Sicht gut herausgearbeiteter und größtenteils glaubwürdiger Charaktere zu zeichnen. Authentizität verleiht dem Text dabei nicht selten der ein oder andere Ausflug in das Hessische, sowie die nachvollziehbare Darstellung medialer Welten in einer zusammenbrechenden Zivilisation. Eine überschaubare Anzahl handlungsrelevanter Protagonisten trägt zum einen zur anhaltenden Spannung des Erzählstranges bei, zum anderen hält sie die Komplexität des Textes auf einen angenehm fordernden Niveau, ohne in Nebenschauplätze auszuufern.

Zum Buch:
Der Fabulus Verlag liefert mit seinem 336 Seiten starken Band ein handwerklich ausgereiftes Buch, das sogar die farbliche Schnittgestaltung des Buchblocks in die Gesamtwirkung mit dem Text einbezieht. Über die Ästhetik der Umschlagsgestalltung der Hardcoverversion durch r²|röger & röttenbacher kann man geteilter Meinung sein, wobei ich sie v.a. im farblichen und bildkompositorischen Bereich durchaus als gelungen empfand. Druck und Bindearbeiten sind vorbildlich ausgeführt, wodurch der Leser ein vom Kapital- bis zum Leseband schönes Buch in Händen hält.

05.10.2016

Roman, der zum Nachdenken anregt

Was für ein grauenhaftes Szenario! Menschen sterben plötzlich und ihre Körper lösen sich inerhalb von Minuten auf. Dieser hochspannende und mit großem Fachwissen geschriebene Roman hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und bis zum Ende nicht mehr losgelassen.

Realitätsnah und durchaus nachvollziehbar beschreibt der Autor wie schnell die Menschheit vor ihrem Aus stehen kann. Der Schreibstil ist packend und leicht verständlich. Im Glossar am Buchende werden biochemische soewie medizinische Fachbegriffe erklärt. Darunter sind auch fiktive Fachbegriffe, die für den Roman erfunden wurden. Diese sind im Glossar kursiv gedruckt.

Der Roman regt zum Nachdenken an, denn ist jeder technische Fortschritt wirklich ein guter und auch notwendiger Schritt?

Ein sehr lesenswerter Roman, der mir viele interessante und aufregende Lesestunden beschert hat.

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